Burgerschaft Visp

Burgerschaft Visp

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Burgergeschlechter

Andenmatten 1642

Erstmals eingeburgert im Jahr 1499

Das Geschlecht wurde in den folgenden Jahren mehrmals erwähnt und eingeburgert:

  • 1519
  • 1523
  • 1548
  • 1584
  • 1588
  • 1642  -  erloschen 1761
  • 1713  -  erloschen 1714
  • 1742  -  blüht noch
  • 1747  -  blüht noch
  • 1770  -  blüht noch

Wappen

Das Wappen hängt in der Burgerstube von Visp. In Blau ein silberner, goldbereifter Reichsapfel mit goldenem Patriarchenkreuz, überhöht von zwei sechsstrahligen silbernen Sternen.

Andenmatten 1642

Vom Wohnort “Matten“ abgeleiteter Familienname, der auch als de Pratis und an den Matten vorkommt. Seit dem 14. Jahrhundert ist eine Familie dieses Namens im Saastal bekannt, die später in mehreren Oberwalliser Gemeinden ansässig wurde. Allein in Visp sind zwischen 1499 und 1900 elf Einburgerungen bekannt.

Landvogt Theodul Andenmatten (1588-1670) erhielt im Januar 1642 das Burgerrecht von Visp. Bereits 3 Jahre zuvor, im Jahr 1639, hatte Andenmatten um die Anerkennung seines angeblich ererbten Burgerrechts gebeten. Die Herren Burger erklärten ihm daraufhin, dass man zwar seinem Vater das Burgerrecht geschenkt hatte, doch nicht dessen Kindern und Nachkommen. Die Visper waren trotzdem bereit, ihn als Burger anzunehmen und zwar zum Preis von 100 Dukaten und drei silbernen Tatzen. Landvogt Andenmatten betrachtete den Preis als zu hoch und lehnte das Angebot deshalb ab. Im folgenden Jahr bat er abermals darum, als Burger angenommen zu werden, und versuchte, den Einkaufspreis auf 100 Dukaten und nur eine silberne Tatze herunter zu handeln. Die Burger blieben jedoch hart.

Im Jahr 1642 schliesslich lenkte Andenmatten ein und erhielt das lang ersehnte Burgerrecht zum Preis von 100 Dukaten und drei silbernen Tatzen. Die 100 Dukaten bezahlte er noch im gleichen Jahr. 1643 überbrachte er der Burgerschaft zwei der drei silbernen Tatzen, worauf diese ihn ermahnten, dass er immer noch eine dritte Tatze schuldig sei. Das Protokollbuch der Burgerschaft meldet unter dem 20. Januar 1669 - also 26 Jahre später - dass Landvogt Theodul Andenmatten nun endlich auch die dritte und letzte silberne Tatze erstattet habe.

Landvogt Theodul Andenmatten gehörte zu den einflussreichsten Personen im Zenden Visp. Er amtete mehrmals als Grosskastlan von Visp, war 1630-1632 Landvogt von St. Maurice, später auch Kastlan von Niedergesteln-Lötschen, Burgermeister von Visp und Kastlan des Freigerichts Baltschieder-Gründen. Mit seinen 4 Ehefrauen zeugte er mehrere Kinder, von denen jedoch nur eine Tochter, deren Vorname nicht bekannt ist, und der Sohn Joseph genauer bekannt sind. Im August 1660 liess Kaspar Jodok von Stockalper bei Landvogt Andenmatten um die Hand dieser Tochter anhalten, um sie mit seinem Sohne, Petermann von Stockalper, zu verloben. Andenmatten antwortete, dass seine Tochter noch zu jung sei, und vertröstete Stockalper auf einen späteren Zeitpunkt. Dieser wollte aber nicht warten und hielt nach einer anderen Braut ausschau.

Joseph Andenmatten (1666-1733), Sohn des Landvogts und Stammhalter der Familie, weilte 1689-1723 als Hauptmann in französischen Diensten, wo er zum Ritter des goldenen Sporns und auch zum Ritter des Ordens von St. Louis geschlagen wurde. Zurück im Wallis amtete er als Grosskastlan von Visp und war auch mehrmals Burgermeister seiner Heimatstadt. Unter seiner Amtszeit wurden zwei Neubauprojekte beschlossen: die Burgerkirche auf dem Gräfibiel und das Burgerhaus auf dem St. Martiniplatz. In der neu erbauten Burgerkirche fand er dann auch 1733 seine letzte Ruhestätte. Das eiserne Grabkreuz mit dem Wappen Andenmattens und demjenigen seiner Frau, Maria Theresia Kaincard, befindet sich heute noch im Innern der Burgerkirche. Hauptmann Joseph Andenmatten und seine Gattin Maria Theresia Kaincard hatten mehrere Kinder:

  • Maria Patientia Andenmatten (1702-1740), die mit Joseph Zuber (1691-1759), Prokurator der Burgerschaft Visp und Kastlan des Freigerichts Baltschieder-Gründen, verheiratet war.
  • Maria Catharina Andenmatten (1705-1756), Gattin des Visper Zendenbannerherrn und Walliser Staatskanzlers Johann Ignatz Blatter (1695-1760), Erbauer des sogenannten Blatter-Hauses beim Blauen Stein.
  • Anna Margaretha Andenmatten, Klosterfrau in Brig, Profess 1736, Oberin in Brig 1758-1760.
  • Johann Joseph Bartholomäus Andenmatten (1697-1761), Stammhalter der Familie, der 1723-1734 als Hauptmann im Regiment de Courten in Frankreich diente. Zurück im Wallis amtete er als Kastlan von Brämis und Granges und war 1748-1750 Landvogt von St. Maurice. Mit seiner Frau, Johanna Francisca Helena Marclesy, war er in Sitten wohnhaft und zeugte mehrere Kinder, darunter:
  • Anna Maria Catharina Andenmatten (1734-1795), die 1750 den Sittener Burger Nicolas de Kalbermatten heiratete.
  • Maria Franziska Elisabeth Andenmatten (1737-1774), seit 1760 Ehefrau des Joseph Alexis de Wolff (1737-1820) von Sitten.
  • Maria Josepha Andenmatten (1742-1766), Gattin des Sittener Burgers Joseph de Torrente.

Mit dem Tod des Johann Joseph Bartholomäus Andenmatten im Jahr 1761 in Sitten, starb diese 1642 eingeburgerte Familie Andenmatten aus. Rechts sehen Sie das Grabkreuz von Hauptmann Joseph Andenmatten und seiner Gattin Maria Theresia Kanicard.