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		<title>Archiv / Historisches | Burgerschaft Visp</title>
		<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/?id=42</link>
		<description></description>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 10:53:03 +0200</pubDate>
		<category>Burgerschaft Visp</category>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/wer-waren-die-herren-537</link>
			<title>Wer waren die &amp;quot;Herren&amp;quot;</title>
			<description>&lt;p&gt;Im Oberwallis führten vom 13. bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts vor allem drei grosse Geschlechter eine führende Rolle: die &lt;strong&gt;vom&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Turm&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Blandrate&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;von&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Raron&lt;/strong&gt;. Alle drei Familien waren fremden Ursprungs.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Neben diesen grossen Potentaten finden wir in unsern Urkunden eine ganze Reihe von &lt;strong&gt;kleinen&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Herren&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;und&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;einflussreichen&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Familien&lt;/strong&gt;. Diese nannten sich meist nach dem Dorf oder abgelegenen Ort, wo sich ihre Steinhäuser und Türme befanden. Überreste dieser steinernen Häuser sind zum Teil heute noch sichtbar. Über die Rolle und Bedeutung dieser &lt;em&gt;“Herren“ &lt;/em&gt;schrieb Pfr. Hans Anton von Roten:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Es drängt sich die Frage auf: Wer waren denn diese zahlreichen Domini, Herren und Dominae, welche vom Goms bis weit ins romanische Mittelwallis urkundlich erwähnt werden, deren Lebenszeit jedenfalls noch ins 13. Jahrhundert fällt? Es wird kaum möglich sein, diese Frage eindeutig und mit Sicherheit zu beantworten; doch sei es erlaubt, wenigstens einige Vermutungen anzustellen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bei dem einen oder andern Dominus mag es sich um Männer handeln, die sich irgendwo im Kriegsdienst die Ritterwürde erworben haben, oder um Kleriker und Geistliche, welche mehr oder weniger rechtmässige leibliche Nachkommen hinterlassen haben. Wäre es nicht denkbar, dass sich in den abgelegenen Tälern des Wallis aus der im Frühmittelalter eingewanderten alemannischen und burgundischen Bevölkerung einzelne edelfreie Familien erhalten hätten?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Noch eine andere Erklärung ist in Betracht zu ziehen. Es ist denkbar, dass einzelne der Herren und Domini in den Dörfern des 13. Jahrhunderts die Richter und Vorsteher der freien Gemeinden und Leute waren, zu einer Zeit, da die von den Bischöfen von Sitten nach bewährtem Muster eingeführte Gerichtsverfassung der Vizedomini und Meier noch nicht im ganzen Wallis durchgeführt war.“&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Jahr 1740 hat Landeshauptmann Franz Joseph Burgener (1697-1767) aus Visp das Haus grosszügig erweitert und umgebaut. In der oberen Stube ist folgende Inschrift zu lesen:&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;text-align: center;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;REST A VRNT F I BURGENER CAP DISENI ET VICE BALlVUS&lt;br /&gt;
ET AM PATIENTIA VENEZ CONIVGES ANNO 1740&lt;br /&gt;
BEA TVS VIR QUI PROCVL A NECOTYS&lt;br /&gt;
ET VXOR EYVS BENE SE HABEBIT&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Quellen&lt;/h3&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Anton von Roten, &amp;quot;Türme und Dorfadel im Oberwallis&amp;quot;, BWG, XX(II.) Band, 1990.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/statutenerneuerung-1727-536</link>
			<title>Statutenerneuerung 1727</title>
			<description>&lt;p&gt;Regel, Sazung und Ordonanzen, so von den in gottruwenden lieben altfordren auffgesez; auff heit aber im Jahr Christi 1727 den 3 Brachmonet mit ein heliger stim der ganzen herren Burgeren durch krafft ihres Eyds sich verpflichtet, solche zu halten und obseruieren zu Nuz, Ruw undt wolstandt unsser Burgerschafft undt gemeinen dessens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der befelch eines procurator ist, ein generalisches auffsechen zu haben yber alle gemeine burgerliche sachen, als nemlich das ihre rechte erhalten, die regel undt sazungen observiert werde undt die yberthreter an zu geben undt abzustraffen.&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Wer nit den Burger Reglen gehorsamen will, soll aus geschlossen sein von allem Burgerlichen Nuzen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es sollen die herren consules ihnen lasen angelegen sein in allen gelegenheitten die praerogatifrechte oder alte breich zu obseruieren, sol auch vor erwelung eines bannrherrn Zehnenhauptmanns, undt Castlans Nidergestilen undt letschen Burgerraht gehalten werden, undt wan einer von den herren consulen solte Nachlesig in seinem befelch gefunden werden, der soll vir sein straff zallen 2 pfund.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist ein ieder Burger oder Inwohner verobligiert, wan er ein streitigen handel hat, solchen den herren consulen an zu thragen, die selben aber haben fellige gewahltsambt etwelchen herren eines ieden drithels solchen abzuschlichten, undt zu ver einigen undt ver ein streitige sach dem richter Vorthrag, undt mit den herren consulen sol zallen vir sein straff 3 pfund.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ein ieder Burger ist ver obligiert (als nicht wichtige Ursach) in Burgerraht sich zu befinden, wan Burgerraht geschlagen wirdt, oder durch den Weibel an gekindt by straff eines dicken so offt es geschicht.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wan ein sach zu Nuzen der Burgschafft durch zwey drittel beschlosen wird, sol der andre drithel by seinem Eyds verobligiert sein mit den 2 drithlen by zu stimen ohne widerredt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist auch ein ieder Burger schuldig ein befelch an zu nemen vir ein iahr, wan er mit ein helliger stim der herren burgeren ernambset wird seie was vir stands er wolle.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es sol keiner fremder noch vir Burger noch Inwohner angenomen werden, ohne attestation seines herkomens oder verhaltens, auch nit mer als dry täg undt nächt beherberget werden ohne erlaupnus der herren consulen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch kein burger noch Inwohner einigerley wahern, so in die susten geheren, in seine hausen schaften, schür, stall oder was vir gemecher es were underthachs nemen, noch verfieren auser den theil by straff 6 pfund. Von alten aber by 25 pfund.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Item ist ordiniert worden, dass ein ieder Burger iährlich nit mer als 12 stöck brenholz undt Se..latten(?) fellen, als sol auch keiner gewaldt haben solches weitter zu verkauffen, eines burgers sohn aber den halben theil nach lautt der beschwardt by 12 pfund straff die banwäldt doch vor behalten, die Inwohner aber sollen sich beholzen von dem abholz wo die herren burger sich beholzen doch aber keines noch dirs, noch griens fellen by obiger straff. Item ist einem ieden burger noch 2 stöck erlaupt worden zu fellen vir stüdt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll kein Burger einem andern verdingen holz zu fellen als durch seine eigende arbeitter by 1 pfund straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch kein Burger noch Inwohner im thelwaldt weder dirs noch griens holz fellen, den Burgeren by 10 pfund straff, den andern aber by dem diebstall; das lichtholz doch vorbehalten, das Kris ist erlaupt den herrn Burgeren doch keinen andren.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch keiner gewaldt haben erlaubnus zu geben noch meres noch miners holz durch die Burgerschleiffen zu fieren, wie auch viI weniger zu fellen ohne allgemeinen willen undt consens der herrn Burgeren by einem pfund straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch kein Inwohner mit einem waffen in die gemeine Eyen gehn holz zu howen, oder von wehrinen undt zinnen nemen by einem dicken straff (3/2 Batzen).&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch kein burger noch Inwohner in gemeinen Eyen laub wischen, oder samlen by einem pfund straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wer die gemeine strassen, gassen undt Burgerplätz verhefftet mit holz, schlitten, wägen, oder andere sachen nach dem er ermant, undt nit gehorsamet, soll zallen vir sein straff ein halbes pfundt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die thirline undt stapffen sollen so offt sie auffgethan widerum zugethan oder vermacht werden by straff eines dicken (3/2 Batzen). So aber einer sechte den andren offen lasen, undt gebte solches nit an, soll vir gleiche straff verfallen sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;So einer oder der ander in fremden Baum oder weingärthen ertappet wirdt, soll gestrafft werden vir ein dicken dessen der halb theil den huotteren.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll auch kein Burger noch Inwohner noch ob noch under der Burgschafft im herbst in des andern guot hietten, seie es geezt od nit, by einem gros pfandt von einem jeden rinder oder ros kopff, von geis undt schaffen aber ein Kritzer so offt es geschicht.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wan die pferd in die güetter zu schaden gehn, undt durch die huotter heim gethriben werden, soll der huotter von einem jeden kopf pfan haben ein gros, mit beding, das der Huotter kene anzeigen wo oder durch welche stapffen sie sein zu schaden gegangen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist ver botten mit Holzliecht oder sunst offenden dem feier ohne lanthernen yber strassen undt gassen oder sunst geferliche örther zu gehen, by einem dicken straff. (Doch vorbehalten ein brindende kerzen in der handt zu thragen.) Wan einer solches sechette undt nit angebete, soll beschuldiget sein ver gleiche straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es sollen alli kemini nach bestimbter zeit der kemin Vögten gesübert undt gebuzt sein by einem pfund straff, wan in einem kemin ein ander mangel sich befinde, soll ein monet zeit gegeben werden, solches zu restaurieren undt verbessren, underdessen das fier verbotten sein, wan aber solches inderhalb einem monet ohne wichtige ursach nit verbessret, sollen dry pfund straff verfallen sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist verbotten dass keiner ohne erlaupnus der kemin Vögten die fyr leittren hin weg neme by einem pfund straff, wen sie aber lenger als ein monet solten ausbleiben, sollen die kemin Vögt alls widerum uaff ein niwes gefragt werden by obiger straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Mer ist auch verbotten, dass von der landbrugen der wehre nach bis zu undrest nieman thie holz fellen by 60 pfund straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Mer ist die Regel, dass ein ieder burger oder Inwohner iahrlich abthuon solle sex spazen 2 agersten undt ein gagen, wan aber einer an der burgerlichen versamlung solche nit hette, soll er zallen von einer spatz ein kreizer, von einer agersten ein gros undt ein gagen ein bazen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist verbotten, dass nieman in der faulen gemeinen pläzen oder gassen werck reze by einern pfund straff.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das sandt holz soll verbotten sein, bis im morgen nach dem die winter brug wirdt gemacht sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Dem schmalviech soll verbotten sein, das ganze jahr in die gemeinen Eyen oder eigene güetter zu gehn, sei es ob oder under der Burgschaft (doch das mast vych vorbehalten) by pfandt von einem jeden kopff ein kreizer, von einem schwein (Saluis aurib.) ein gros toties quoties.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Dem Rindervych soll erlaupt sein im frieling wan man auslast, 14 täg in die oben riedigo Eyen zu gehn undt sunst das ganze jahr in kein andre Eyen by pfandt von einem kopf ein gros, doch vorbehalten im Sumer einem jeden Burger ein melche Kuo.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist beschlossen, das man dem Burger Jahrzeit solle Capitalia zu stellen 1100 pfundt, aus derren Zinsen soll der Jahrzeit Vogt nach seiner dicretion tactieren, undt den armen leitten das almosen nach altem brauch entrichten, ferners wirdt er nicht verobligert, soll auch kein rechung von den Herren Burgern begerren.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;An belangen die gemeinwerk, lasst man es mit jezigem brauch, doch aber ist vor beredet worden, wan ein burger ein sohn hette der noch nicht kente das gemeinwerck thuon, so soll ihm erlaupt sein, den sohn lassen den wagen zu fieren, doch keinem Inwohner; andren kleinen buoben soll das halbe auff geschlagen werden, soll auch keinem weib mer als dry gros das gemein werck bezalt werden, wan sie mer gemein werck haben als vir sich von netten. (doch sollen die herren Consules undt vögten feligen gwalt haben , solche heim zu schicken.)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es lautten die alte burger Regel das kein Inwohner mer als 10 Pfund, in welchen thrinkgeldt undt merchtkosten in begriffen, auf hundert pfundt gemeine oder biliche schazung nit geben solle, by Verlursch ybriger yberschazung, und: ist ein ziger nit mer schuldig zu zallen, als biliche schazung, merchtkostenundt drinckgeldt nach proportion der summen wie ob statt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist zu wissen, welcher alhier zu Visp burger sein undt bleiben will, soll vier hundert pfundt eigen guot undt eigen Dachscheitten han; welcher aber Burger sein will ohne beschwardt undt nuzen, soll allein auff sein eigen person undt nicht dritter verstanden sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Castlani der Jurisdiktion baldschieder undt Grinden ist zwar von altem in ganz andrer ordonans gewesen, jez aber der Castlan undt ambsman gar andre kosten aussthragen muos, aus deren anschor ihme alle buossen, straffen undt Nuzbarkeiten mit einhelieger stim der herrn burgeren ist zu erkant, soll auch befreit sein der Burgerschaft einige rechenschafft ab zu statten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Dem pfister soll das gewicht des brodts noch lautt der schatzung undt preis des kirresch taxiert undt vorgeschriben werden (wie von altem). Es ist auch die alte ordonans, das ein burger von 40 possen werck zu blewen dem pfister solle geben einen, die Inwohner aber von 20 possen einen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist beschlossen, welcher den burgerraht, seie es im grossen oder kleinen aus preitete, oder particular personen kundt machete, das der selbe solle gestrafft werden um ein lagel wein ohne gnadt.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
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			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/statutenerneuerung-1543-535</link>
			<title>Statutenerneuerung 1543</title>
			<description>&lt;p&gt;Im Namen unseres Herrn Jesus Christus Amen. Im Jahr der Geburt desselben Herrn 1543, der römer Zinszahl die erste, am 19. Oktober, zu Visp in der Stube des ehrbaren Wirtes Thomas Schuler, in meiner und der unterschriebenen Zeugen Gegenwart, sind zwecks der unten zu meldenden Geschäfte persönlich und in eigener Person erschienen, die schaubaren, vorsichtigen und bescheidenen Männer, sowohl edle als vom Volk: Jodok Kalbermatter, gewesener Hauptmann des Landes Wallis, Junker Hans de Platea, Hans Maffey, Krämer, der genannte Thomas Schuler, Jannin Bilgischer, die Brüder Peter und Theodul Crützer, Caspar Owling, Jakob Wagner, Bäcker, Hans Tougwalder, Schneider, Hans Zimmermann, Theodul von Schalen, Peter Zmillachren, Hans Im Seng, Hans Heinrichers, Thomas Am Herd, Sigrist, Franz Schumacher von Oberhysren, der Ältere, Peter Schumacher der Jüngere, Peter Schumacher der Ältere von Oberhysren, Hans an der Flantzetten, Jakob, Sohn einst Martin Lambien, Simon de Platea, Anton Unter dem Berg, Peter Maffey, Kesselschmied, die unterzeichneten Notaren, Burger von Visp, durch ein Glockenzeichen versammelt und mehr als zwei Drittel der Gemeinde der Burgschaft Visp ausmachend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Burger in ihrem eigenen und der abwesenden Burger Namen, vertreten die Gemeinde selbst und tragen sich stark für alle abwesenden Burger, indem sie ihren Eid und all ihre beweglichen und unbeweglichen, gegenwärtigen und zukünftigen Güter dafür einsetzten, das was jetzt folgt anzunehmen, und annehmen zu lassen, für sich und alle ihre künftigen Nachfolger; und zwar um zum Gemeinwohl und Ehre und Nutzen einige Artikel die dem alten Statut fehlten besser zu statuieren, Artikel, welche unter den Burgern Irrtum und Schaden verursachten; und um diesem zuvorzukommen und abzuhelfen haben, die Burger nach gemeinsamer Beratschlagung und Erwägung, ohne das alte Statut und Recht der Burgschaft Visp zu schmälern, sondern um es in Kraft zu erhalten, folgende Statuten, Verordnungen und Vereinbarungen für ewige Zeiten getroffen:&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Es gibt sehr viele Burger dieser Burgschaft Visp, die ausserhalb der Grenzen und Marchen der Burgschaft wohnen und weder Gebäulichkeiten noch Besitzungen innerhalb der Grenzen der Burgschaft besitzen, die sich um das Gemeinwerk an den Wehren, Wegen und Brücken gar nicht kümmern und dennoch sich gegen jegliche Billigkeit vermessen, die gemeinen Güter zu geniessen. Darum wurde ausdrücklich bestimmt und vereinbart, dass künftighin kein einziger Burger, wessen Rang er auch sei, die gemeinen Güter und Nutzungen von Gilten, Einkünften, Allmeinden, Wäldern, Weiden, Eyen, Holzmess, Alpen und Warenfuhren geniessen könne, wenn er nicht in der Burgschaft Visp wohnt und dort ein Herdfeuer unterhält, für den Wert von 60 Walliserpfund Güter besitzt und alle Gemeinwerke wie andere Burger ausführt. Ausgenommen sind hierin die Einwohner und die eine Haushaltung in Visp unterhaltenden Personen, welche das Burgerrecht von ihren Eltern erben können werden oder ererbte Eigengüter (unbewegliche) dort im Werte der genannten Summe besitzen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Danach wurde statuiert, dass kein Burger, der seine in der Burgschaft Visp gelegenen Güter verkauft, sein Burgerrecht behalten oder reservieren kann, wenn er nicht unbewegliche Erbgüter im Wert von 60 Walliserpfund innerhalb der Burgschaft zurückbehält. Auch die Gemeinwerke haben diese vollständig auszuführen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Überdies wurde beschlossen, dass kein Visperburger künftighin den Verwaltern der Burgerwälder, Eyen und Allmeinden widerstehen soll, noch den Hütern der Güter und den Vögten der Wehren und Brücken, noch den anderen gesetzten oder zu setzenden Beamten der Burgschaft, wenn sie fürs Gemeine Wohl und Nutzen der Burgschaft gegen jegliche Personen, geistliche oder weltliche, Burger oder Fremde, handeln oder Prozess führen. Und dies unter Strafe von 3 Pfund, wovon die Hälfte dem jeweiligen Herrn Kastlan von Visp und die andere Hälfte den Burgern von Visp zufällt. Die Gewaltshaber sollen dies unnachsichtig einziehen, veröffentlichen und aufschreiben.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es wurde statuiert, dass von jetzt an kein Burger, wessen Standes er auch sei, mehr Vieh auf die Allmeinden, Weiden und Eyen der Burgschaft Visp treiben soll, als dass er innerhalb der Burgschaft überwintern kann. Dies ist um so mehr zu Herzen zu nehmen, weil die Burger eine unbebaute Eye unterhalb ihrer Mühle besitzen, die ganz unfruchtbar und ohne Gras und Holzwuchs ist. Darum beschlossen sie, dieses Stück Land unter sich zu verteilen, so wie es die noch zu stellenden Marchsteine angeben werden, aber unter diesen nachfolgenden Artikeln und Vereinbarungen:&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Erstens sollen diesem unbebauten Land, angefangen von der “Lauthungrube“ unterhalb hinter der Wehre der Vispe bis zur Eye am Rotten genannt “Tschefeya“ und so von dieser Eye bei den neuen Binen aufwärts bis zum öffentlichen Weg nach Baltschieder, alle Burger die in der Burgschaft Haushaltung haben und die verwaisten Söhne der Burger ihre Anteile erhalten. Die Söhne der Burger werden hierin ausgeschlossen, wenn ihre Eltern ihren Anteil erhalten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter Strafe des Verlustes seines Anteils, der an die anderen Burger durch strenge Konfiskation zurückgeht, ist es verboten, dass ein Burger seinen Anteil an diesem Land einem Äusseren oder Fremden, der dort nichts besitzt, verkaufe, schenke oder vertausche.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter Strafe des Verlustes seines Teils an die anderen ist den Geteilen verboten, ihren Anteil an diesem Land einzuzäunen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter Strafe des Verlustes seines Anteils müssen die Burger ihren Anteil bis zum Fest des Hl. Johannes des Täufers bebauen und wieder kehren(?)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es wurde beschlossen, dass ein jeder Burger der sein Los hinter der Wehre der Vispe bei der Landstrasse bis zum Ende der Wehren erhält, vor seinem Los starke und kräftige Wälle oder “Kripffen“ anhäufen soll, mit guten Lerchenpfählen zu befestigen und zu fundamentieren, und dies von der nächsten Lichtmess in einem Jahr und zwar unter Strafe des Verlustes des Anteils an die anderen Geteilen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es wurde weiter beschlossen, dass zwischen dies Wälle und die Wehren der Vispe die Landstrasse gesetzt werden soll bis zum Sand der Vispe und zwar in gehöriger Weite.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Nachher soll das Bett des Flusses durchgehen zwischen der Landstrasse und dem Zaun dieser selben Löser hinten und bei den Wehren; die existierende Wasserleitung aus dem Fluss soll genügend versetzt werden, wie es bequemer geht, durch alle Teile der genannten Eye, unterhalb, innerhalb der Zäune bis zu unterst der Löser, nach dem Gutdünken von zwei Burgern. Darum soll jeder Geteile seinen Wall (Zaun) stark und mächtig bauen bis Mitte April unter Strafe des Verlustes seines Teils. Dieser Zaun soll jeder Geteile inskünftig genügend erhalten und schützen unter der gewohnten Strafe.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Darnach wurde beschlossen, dass der erste Teil unter den Mühlen ewiglich jenen Zaun erhalten soll, von der Landstrasse bei der “Lanthun“ hinunter bis zum alten Lauf des Mühlewuohrs der bei dem Stegmattiltin vorbeigeht hinunter, so weit sein Los sich erstreckt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Weiterhin wurde beschlossen, dass die Burger von Visp gemeinsam in der Landstrasse eine Türe unterhalten sollen, ebenso beim Brücklein im Weg wo man zum Galgen geht.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Der Fuhrweg in diese Löser soll gehen vom Brücklein, wo man nach Baltschieder geht, durch die Löser hinunter bis zum Land des ehrwürdigen Frühmessers Hans Keller und zwar in der Breite von 2 Klaftern.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Weiter: wem immer der Ort des Galgens und Hinrichtung von Visp in seinem Los zufällt, so ist bestimmt worden, dass wenn Hinrichtungen geschehen zu jeglicher Jahreszeit an jenem Ort, dann soll jenes Los sein und gehalten werden wie gemeine Allmeinden und zwar nur am Tag der Hinrichtung und ohne Entschädigung und Vergütung für Früchte.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Weiter: den Söhnen des seligen Simon Andenmatten von Saas soll mitgeteilt werden, dass sie bis Neujahr jemand von ihnen stellen sollen den Burgern von Visp, der das Burgerrecht eidlich annehmen soll unter Strafe des Verlustes ihres Loses.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es ist zu wissen, dass vor einigen Jahren die Burger von Visp dem Balthasar Kamber, Schmied, damit er um so fleissiger sein Handwerk in der Burgschaft zum Nutzen und Frommen der Burger ausübe und dafür belohnt werde, das Bürgerrecht schenkten und gaben, was bisher nie geschehen ist. Darum gaben ihm die Burger auch ein Los in dieser abgegrenzten Eye. Darum wurde abgemacht, dass wenn Balthasar den Burgern von Visp durch sein Schmiedehandwerk nicht dienstbar sein wollte, man ihm sein Los nehmen werde für immer.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Endlich wurde ausdrücklich vereinbart, es solle kein neuer Burger aufgenommen werden, ausser er zahle oder kaufe oder schenke den Burgern eine Spritze aus Messing.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;All dies versprachen die bei Glockenklang versammelten Burger für sich und ihre Nachfolger unter Eidesablegung und unter Verpfändung all ihrer Güter aufrechtzuerhalten und zu beobachten und anzunehmen und nicht darwider zu handeln, weder für sich noch durch andere, noch beizustimmen, offen oder insgeheim, mit Verzicht auf Recht und Factum und Sicherung. Darüber wurde uns Schreibern befohlen eine Urkunde aufzusetzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zeugen waren: Tschan Heynen und Peter an der Wasserleyten von Ausserberg, beide im Dienst in Visp, und Peter Roren von Eggen, und wir, Hans ZumFellach von Törbel und Stephan Zentriegen von Raron, in Visp wohnhaft, öffentliche Schreiber waren zugegen und haben diese Urkunde aufgenommen und unterschrieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;(Vom lateinischen übersetzt von H.H. Hans Anton von Roten.)&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/satzungen-der-burgergemeinde-eyholz-1837-534</link>
			<title>Satzungen der Burgergemeinde Eyholz 1837</title>
			<description>&lt;p&gt;
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  /* Nummerierte Satzungen */
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  /* Innere Aufzählung (bei Punkt 12) */
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&lt;/style&gt;
In Eicholz im Gemeind Hause hat sich unter dem Vorsitze des Herr Gemeinde Presidenten und Fändrichs Joseph Anton Folken die Gemeide versammelt welche bestund aus den H. Herrn als:&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&amp;quot;names&amp;quot; style=&amp;quot;list-style:none; padding-left:0;&amp;quot;&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Folken Gewaltshaber (1758-1843)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Anton Ruffiner (1761-1838)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Truffer (1785-1857)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Franz Albrecht (1791-1846)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Christian Ruffiner (1801-1868)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Anton Ruffiner (1810-1869)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Martin Kretta (1800-1875)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Folken (1803-1866)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Heldner (1755-1839)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Franz Heldner (1771-1849)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Niklaus Zurkirchen (1789-1861)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Joseph Ruffiner (1802-1874)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Anton Ruffiner (1813-1895)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Anton Heldner (1783-1853)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Klaus Heldner (1791-1858)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Joseph Ruffiner (1805-1849)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Franz Heldner (1793-1866) des Thomen&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Näpfli (1797-1875)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Joseph Fokken (1807-1843)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ignatz Heldner (1807-?)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Ignatz Gponer (1803-1860)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Franz Heldner (1823-1894) des Stephan&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Anton Kretta (1798-1865)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Franz Truffer (1784-1829)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Da trug Herr President vor, dass etwelche Missbräuche in der Gemeinde obwalteten, überdiess dass zu Ihrem Wohle etwelche Satzungen aufzerichten seyen. Auf diese weisen Vorsehen ires H. Presidenten beschlossen sie einstimmig folgendes als Satzungen festzusetzen mit dem Versprechen selber zu jederzeit hand zu haben und die Ubertreter bestraffen zu wollen.&lt;/p&gt;

&lt;ol class=&amp;quot;satzungen&amp;quot;&gt;
	&lt;li&gt;Ist beschlossen, dass alle alten Satzungen die durch gegenwärtige nicht wiederruffen sind oder in Wiederspruch stehen in voller Kraft bestehen sollen, oder jene die dem Gesetze wiederstreben.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist im ersten Artikel folgendes dem Namen nach abgeändert, dass statt der Seckelmeister Presidenten sollen gewählt werden mit gleichen Verpflichtungen wie die Seckelmeister und auch zwei Feldhutter.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ein Gemeinder der ein liegendes Gut einem ausser dem Gemeindeboden wohnenden Fremden verkauft, ist gehalten zum Nutzen der Gemeinde ein Betrag von drei Pfunden zu bezahlen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ein jeder der unter dem Gemeindhausdache Streitigkeiten wieder die Vorsteher stiftet und begeht zu einer Busse von 3 Pfunden bezahle und der Doppel im Fall der Schlägereiyen: die ferner Rechte vorbehalten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Soll der Gemeind Rath vom jeweiligen Presidenten eingeladen werden, was im gemeinderathe durch die Mehrheit beschlossen wird, soll als Satzung gehalten seyn, ausser der Beschluss sey dem Gesetze zuwieder.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist zur Sicherheit des Ortes festgesetzt, dass ein jeder der in gefährliche Orte mit einem offenen Lichte angetroffen wird zu einer Busse von 10 Batzen gehalten sey.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Alles Werchbrechen und dörren in Zimmern oder Küche und rauchen in Ställen und Scheunen ist verbothen unter Strafe von 10 Batzen, wie auch in Bachöfen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Alles rauchen im Gemeindzimmer ist verbothen unter Strafe von 6 Batzen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Soll für Pfändlohn bezahlt werden, für ein Pferd und eine Kuh 2 Batzen. Für Schmalvieh durch Stück ½ Batzen, überdies zum Schaden Ersatz gehalten sey.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist überhaupt unter Strafe eine Fischy Weitzens verbothen näher als vier Klafter von den Schleifen Bäume zu fällen, der Ubertreter ist für jeden Stück gehalten obige Strafe zu entrechten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter derselben Strafe ist verbothen in Ferrnren Bawald ohne die ausdrückliche Erlaubnis der Ortsbehörde Bäume zu fällen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Als erlaubte Holzschleife sind anerkannt:
	&lt;ul&gt;
		&lt;li&gt;der Kapellen Schleif&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;zwey Ledy Schleife&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;der Brunmattenschleif&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;welche im obigen Verboth verstanden sind.&lt;/li&gt;
	&lt;/ul&gt;
	&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter der Strafe eines Fischy Weitzens ist verbothen vom Kinngraben bis zum tiefen Graben Holz zu fällen um selbes ausser dem Gemeind Boden zu verkaufen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Soll das Holz während den drei Winter Monaten vom Wald geführt werden, die Ubertretter sind zum Schaden Ersatz gehalten, und überdies soll das Holz konfiskirt werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist unter Strafe von 3 Pfund verbothen Holz ab den Sändern und Wehrinen zu nehmen, und überdies zum Ersatz gehalten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Alle obige festgesetzte Strafen sind alle zum Vortheile der Gemeinde einzuziehen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Ist jedem Einwohner verbothen mehr als vier Geiss auf dem Gemeind Boden aufzutreiben.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jeder 12 jährige Gemeinders Sohn ist berechtiget vermittelst (?) eines Pfundes Geld die Gewinte Trünke zu benutzen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jeder Gemeinders Sohn, sey er ausgemustert, oder durch das Loos ledig gesprochen, kann nicht mehr als um 50 Batzen taxirt werden, jeder andere soll laut gesetz taxirt werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jeder zum ausziehen fähige Mann bis zum 50ten Jahr ausgeschlossen, wie auch die rekruten sind gehalten an der Fronleichnams und Herz Jesu Prozession aufzuziehen, unter Strafe einer Doppelkannte guten Wein, und soll zugleich von dem Trunk der bei dieser Gelegenheit statt hat ausgeschlossen werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Soll jeder Einwohner an St. Agatha ihre Gemeindbeschwarden im Gemeindehause entrichten. Die Ausbleibenden sind zu einer Strafe von 10 Batzen gehalten.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Also beschlossen wie oben zu Urkund dessen.&lt;br /&gt;
Adolf Burgener, einstweiliger Schreiber&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/lochmatterturm-532</link>
			<title>Lochmatterturm</title>
			<description>&lt;p&gt;Sogenannter Lochmatter-Turm im &amp;quot;Hof&amp;quot;. Sitz der Meier. Wenn man das aus schmalen Quadern gefügte Rundbogentor im &amp;quot;Treichweg&amp;quot; durchschritten hat, sieht man sich bald der imposanten Giebelfront des &amp;quot;Lochmatter-Turms&amp;quot; gegenüber, die nicht nur wegen der malerischen Buntheit des Mauerwerks sehenswert ist, sondern auch wegen der deutlich erkennbaren Fensterumbauten, die teilweise ins Hochmittelalter hinaufreichen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Über einem niedrigen Sockel aus karminrotem (ausgeglühten?) Stein hebt sich das in verschiedenen Ockertönen gehaltene, kleinteilige Mauerwerk von den grünlichen Eckquadern ab, worunter einige eigentümliche Bossenquader mit Randschlag wie am Supersaxoschloss (12. Jahrhundert) in Naters erscheinen. Im ersten Stockwerk originales schmales Zwillingsfensterchen; in der Fassadenmitte Fragmente von einem Zwillingsfensterchen mit blinden Archivolten; im zweiten Wohnstock Drillingsfenstergruppe, erste Hälfte 16. Jahrhunderts. Überreste eines Pietrarasa-Verputzes mit regelmässigem Fugenstrich. Aus: &amp;quot;Schweizerischer Kunstführer, Band Visp, von Dr. Walter Ruppen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Namen Lochmatter-Turm erhielt das Gemäuer von der Familie Lochmatter, die während 200 Jahren den Turm bewohnt hatte (bis ca. 1880).&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/graf-ferdinand-maria-nikolaus-venetz-531</link>
			<title>Graf Ferdinand Maria Nikolaus Venetz</title>
			<description>&lt;p&gt;Nach dem Bankrott des Visper Zendenbannerherrn Simon Hubert Venetz (1724-1774) hatten sich seine Kinder auf die noch verbliebenen Muttergüter in Gampel zurückgezogen. Der Bekannteste dieses Gampeler Zweiges ist Graf Ferdinand Maria Nikolaus Venetz (1764-1822), Offizier in französischen und deutschen Diensten, der 1792 von Louis-Stanislas-Xavier und Charles-Philippe de Bourbon zum Graf ernannt worden war und während den sogenannten Franzosenkriegen 1798 und 1799 als einer der Befehlshaber der Oberwalliser Patrioten wirkte. In Gampel versah er später mehrere Jahre das Amt des Sekretärs oder Gemeindeschreibers. Mit dem Tod seiner Tochter Juliana von Venetz im Jahr 1882 starb dieses Burgergeschlecht Venetz aus.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/freigericht-baltschieder-gruenden-523</link>
			<title>Freigericht Baltschieder-Gründen</title>
			<description>&lt;meta charset=&amp;quot;utf-8&amp;quot;&gt;&lt;meta name=&amp;quot;viewport&amp;quot; content=&amp;quot;width=device-width, initial-scale=1&amp;quot;&gt;
&lt;title&gt;&lt;/title&gt;
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&lt;/style&gt;
&lt;p&gt;Das Gebiet des alten Zenden Visp war früher in vier Viertel eingeteilt. Zum ersten Viertel gehörten die Gemeinden Visp, Eyholz, Lalden, Baltschieder, Visperterminen und Zeneggen; zum zweiten Viertel Stalden, Staldenried, Grächen, Embd und Törbel; zum dritten Viertel die Talschaft Saas und die Gemeinde Eisten; zum vierten Viertel das Gebiet von Kipfen und die jetzigen Gemeinden Sankt Niklaus, Randa, Täsch und Zermatt.&lt;/p&gt;

&lt;main&gt;
&lt;section&gt;
&lt;p class=&amp;quot;lead&amp;quot;&gt;Alle vier Viertel waren im Zendenrat gleichberechtigt. Die &lt;strong&gt;Gerichtsbarkeit &lt;/strong&gt;im Zenden unterteilte sich jedoch in sechs Gerichtsterritorien, von denen jede ihre eigene Geschichte hat.&lt;/p&gt;

&lt;div class=&amp;quot;card&amp;quot;&gt;
&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kastlanei Visp&lt;/strong&gt; (früher Meiertum): umfasste die drei Viertel Visp, Stalden und Saas; Richter‑Titel: „Grosskastlan der löblichen drei Viertel Visp“. Als alter Brauch wird 1682 bzeichnet, jedes Jahr um das Fest der hl. Jungrau und Märtyrerin Katharina einen Kastlan zu setzen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Freigericht Baltschieder–Gründen&lt;/strong&gt; (seit dem 17. Jh. im Besitz der Burgerschaft Visp).&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Meiertum Kipfen&lt;/strong&gt; (zwischen Stalden und St. Niklaus).&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Meiertum St. Niklaus &lt;/strong&gt;oder Chouson (Gasen), welches das Gebiet der heutigen Gemeinde Sankt Niklaus umfasste&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Meiertum Zermatt&lt;/strong&gt; (frühere Herrschaft mehrerer Familien).&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kastlanei Täsch–Randa&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;Die ältere Geschichte des Freigerichts liegt im Dunkeln. Im 14. Jahrhundert gehörte die Gerichtsbarkeit der Familie von Raron–Ulrici.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ulrich II. von Raron - aus dem mächtigen Geschlecht der Herren von Raron - 1261-1291 urkundlich erwähnt, erwarb 1287 von den Brüdern Jakob und Aymo von Saillon ihre Herrschaftsrechte in Visp und wurde Stammvater eines Zweiges der Familie von Raron, die sich nach seinem Urheber Uldrici, Ulrich, Ulrici nannte. Amadeus, Sohn Ulrichs II., 1300-1315 genannt, vermählte sich mit Salomea von Visp; dank dieser Heirat konnte er seine Güter in Visp vermehren, wo er sich niederliess. Sein Enkel, Johann Ulrich, 1361-1401 erwähnt, vertrat den Zenden Visp bei wichtigen Verhandlungen. Der gleichnamige Sohn des vorigen, 1401-1435 urkundlich erwähnt, wurde Zendenhauptmann; er hinterliess eine natürliche Nachkommenschaft, die im 16. Jahrhundert erlosch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es scheint, dass die Herrschaftsrechte der Ulrici - durch Erbschaft oder Kauf - zuerst an einige wenige Familien übergegangen ist, bevor sie, vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts, in den Besitz der Burgerschaft Visp kamen.&lt;br /&gt;
Für das 16. Jahrhundert sind drei Richter namentlich bekannt, von denen jedoch einige noch namens der Familie Ulrici amteten: Stephan Zentriegen aus Raron, Burger von Visp, heisst 1546 und 1548 „Richter an der Grinden für den edlen Ulrich selig“ .&lt;br /&gt;
Notar Caspar Albertiny stellt 1559 als “Judex apud Pontzirren et anden Grinden“ einen Vogtbrief aus. Johann Riedgin, alt Landvogt vom Hochtal, wird 1577 Richter über Baltschieder und Gründen genannt und heisst noch 1581 “Prodominus apud Pontsirri“.&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert wird mit Jodok Summermatter, Burgermeister von Visp und Familiaris des Landeshauptmanns Zuber, erstmals der Titel “Kastlan“ verwendet. Er heisst 1627 und 1635-1637 amtierender Kastlan von Baltschieder.&lt;br /&gt;
Die niedere und hohe Gerichtsbarkeit über Baltschieder-Gründen befand sich spätestens 1620 im Besitz der Burgerschaft Visp. In diesem Jahr findet sich in den Protokollbüchern erstmals ein Beschluss bezüglich des Freigerichts. In den folgenden Jahren kamen weitere hinzu:&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section class=&amp;quot;timeline&amp;quot;&gt;
&lt;h2&gt;Zeitleiste&lt;/h2&gt;
&lt;span class=&amp;quot;resource picture picture_content&amp;quot;&gt;&lt;span class=&amp;quot;resource_background&amp;quot;&gt;&lt;img alt=&amp;quot;Zeitleiste Freigericht Baltschieder–Gründen&amp;quot; src=&amp;quot;freigericht_timeline.svg&amp;quot; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;

&lt;div class=&amp;quot;img-note&amp;quot;&gt;Wichtige Daten: 14. Jh. (Raron–Ulrici), 1620 (Protokolle), 1646 (Wahlmodus Kastläne), 1681 (Fall Fellmatter), 1727 (Bussen), 1773 (Alt‑Kastläne), 1798 (Ende).&lt;/div&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Beschlüsse und Praxis (17. Jahrhundert)&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;1620:&lt;/strong&gt; Der Kastlan von Baltschieder soll Nachtkastlan sein, mit Rechten wie jener von Sitten.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;1623:&lt;/strong&gt; Gerichtstag von Samstag auf Dienstag verlegt; Kastlan soll nebst den Nachtbussen auch das Brotgewicht kontrollieren.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;1645:&lt;/strong&gt; Von der Hinterlassenschaft eines verstorbenen Unehelichen und anderen in Malefiz verfallenen in der Jurisdiktion der Herren Burger, verfallen die Fahrhabe dem Kastlan, das Liegende über die Gerichtskosten den Burgern von Visp.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&lt;strong&gt;1646:&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;Die Kastläne des Freigerichts sollen alle 3 Jahre neu besetzt werden. Nebst dem Kastlan werden bei den Gerichtssitzungen je ein Burger aus jedem Drittel der Burgschaft Visp, sowie der Gerichtsschreiber zugegen sein. Die Wahl zum Kastlan erfolgte an der alljährlichen österlichen Burgerversammlung.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Der Fall Johann Fellmatter (1681)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der bisher einzig bekannte Fall mit Todesurteil durch den Kastlan des Freigerichts betraf Johann Fellmatter aus dem Saastal (wohnhaft in Gründen). Nach Geständnis (unter Folter erweitert) wurde er am &lt;strong&gt;17. Juli 1681&lt;/strong&gt; wegen Mordes und Hexerei zum Feuertod verurteilt; der Bischof von Sitten wandelte die Strafe am &lt;strong&gt;21. Juli 1681&lt;/strong&gt; in die Enthauptung um.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;„… gestand – unter der Folter – vor der Mordtat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen … Am 17. Juli 1681 verurteilte Kastlan Nikolaus Kreuzer … den Johann Fellmatter … zum Feuertod. Der Bischof … begnadigte … zum Tode durch das Schwert.“&lt;/blockquote&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Bussenregelung (1727)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Ein im Jahr 1727 gefasster Beschluss regelte die Aufteilung der vom Kastlan ausgesprochenen Bussen:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Castlani der Jurisdiktion Baldschieder undt Grinden ist zwar von altem in ganz andrer ordonans gewesen, jez aber der Castlan undt ambsman gar andre kosten aussthragen muos, aus deren anschor ihme alle buossen, straffen undt Nuzbarkeiten mit einhelieger stim der herrn burgeren ist zu erkant, soll auch befreit sein der Burgerschaft einige rechenschafft ab zu statten.&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Zendenrat und Alt‑Kastläne (1772/1773)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;An der Zendenratsversammlung im Januar 1772 verlangten einige der Gewaltshaber der drei Viertel, dass man die Alt-Kastläne des Freigerichts Baltschieder-Gründen von der Versammlung und der später stattfindenden Mahlzeit ausschliessen solle. Der Visper Burgermeister protestierte gegen dieses Vorhaben und man verschob den Entscheid auf das nächste Jahr.&lt;br /&gt;
Bis zur Versammlung vom 7. Januar 1773 hatten sich die Wogen bereits wieder geglättet. Wie im Protokoll zu lesen ist, hatte man sich des Friedens Willen einigen können, nebst dem amtierenden Kastlan auch zwei Alt-Kastläne - ohne Stimmrecht - an der Zendenratsversammlung teilnehmen zu lassen. Auch an der vom Grosskastlan gestifteten Mahlzeit waren sie wieder willkommen.&lt;br /&gt;
„Wegen dene alten Hrn Castlänen des freygerichts Baldzieder und Gründen (da die Hrn Gwaltshaber Löbl. 3 4tlen selbe wollten ausschliessen vom Zehnden Rath und übrigen mahlzeiten des Hr. Richters, wie das bis dato von unbedencklichen Jahren jeweill und allzeit gepflegt worden) haben sich eine hochweise Obrigkeit, und sammentliche Hrn Vorstehnder under Gwaltshaber Löblicher Vier Viertlen unseren Liebwertesten Zehnden auf Lieb des fridens und pro bono pais einmüthig erkläret, das inskünftig nebst dem Castlan im Ambt auch noch zwey alte Castlän von gedachten freygericht aber nicht mehr, im Zehnden Rath jedoch ohne stim können beywohnen und sich einbefinden, des gleichen auch bey denen Mahlzeiten de Hrn. Richters Löbl. 3 4tlen als nemlich in jenen gelegenheiten, in welchen bis dato gepflegt worden, selbige darzu einzuladen.“&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Ende des Freigerichts (1798)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Einfall der Franzosen und dem politischen Umsturz von &lt;strong&gt;1798&lt;/strong&gt; endete das Freigericht Baltschieder–Gründen.&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Die Kastläne des Freigerichts (Auszug)&lt;/h2&gt;

&lt;div class=&amp;quot;table-wrap&amp;quot;&gt;
&lt;table&gt;
	&lt;thead&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;th&gt;Jahre&lt;/th&gt;
			&lt;th&gt;Name / Funktion&lt;/th&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/thead&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1546, 1548&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Stefan Zentriegen – Richter an der Grinden&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1559&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Kaspar Albertin – Richter von Baltschieder und an den Gründen&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1577, 1581&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Riedgin – (Mit‑)Richter von Baltschieder/Gründen&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1627; 1635–1637&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Jodok Summermatter – &lt;em&gt;erstmals Titel „Kastlan“&lt;/em&gt;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1641–1643&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Thomas Venetz&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1644–1646&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Georg Zuber (†1646)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1646–1649&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Bartholomäus Venetz (†1669)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1657–1659&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Sebastian Zuber (†1659)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1659–1661&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Adrian Zuber (†1678)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1661–1664&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Theodul Andenmatten (†1670)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1664–1666&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Jodok II. Venetz (1605–1673)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1666–1669&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Nikolaus In Albon (†1681)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1669–1672&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Wiestiner (†1685)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1672–1675&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Bartholomäus Sterren (†1689/1699)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1675–1678&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Theodul Lochmatter (†1689)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1681–1684&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nikolaus Kreuzer (†1687)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1684–1687&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Philipp Jakob Venetz (†1719)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1690–1693&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Gabriel In Albon (†1708)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1693–1696&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Joseph Venetz (1667–1703)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1696–1699&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Sebastian Zuber (†1725)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1699–1702&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Bartholomäus Sterren (1672–1721)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1705–1708&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Felix Mathias Zuber (1676–1746)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1717–1720&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Peter Kalbermatten (1664–1744)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1726–1729&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Joseph Zuber (1691–1759)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1732–1735&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Ritter (1661–1745)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1744–1747&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Jodok Flanzetter (1717–1762)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1747–1750&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Joseph Lochmatter (1708–1763)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1750–1753&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Stephan Sterren (1713–1781)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1753–1756&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Jakob Ruppen (1726–1795)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1756–1759&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Joseph Flanzetter (1728–1763)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1759–1762&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Franz Peter Schallbetter (1701–1773)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1762–1768&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Peter Joseph Andenmatten (†1779)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1768–1774&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Joseph Ignatz Lang (1735–1803)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1774–1780&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Jakob Ruppen (1726–1795)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1780–1783&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Peter Ruppen (1713–1792?)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1783–1789&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Johann Theodul Wyer (1739–1801)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1789–1795&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Peter Joseph Wyer (1764–1804)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1795–1798&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Joseph Ignatz Lang (1764–1824)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;1798&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Franz Joseph Andenmatten (1749–1814)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;p&gt;„Das Freigericht Baltschieder–Gründen“, N. Pfaffen, Visp, 15.04.2004&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;
&lt;/main&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/eisueberschwemmung-1861-522</link>
			<title>Eisüberschwemmung 1861</title>
			<description>&lt;p&gt;Bericht zur Überschwemmung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Zu Wissen ist zur Erinnerung für die Nachwelt, dass Ends Juni dieses Jahres (1861) unweit der Kapelle abwärts die Rohne die Wuhren durchbrochen, und dass dadurch die ganzen Früchte der Ebene durch diese Überschwemmung vernichtet worden sind. Zu wissen ist auch, dass Ends Christmonat bei gleichem Ausbruche so bloss provisorischerweise mit grösster Noth zugeschlossen worden ist, bei eingetroffener grosser Weihnachtskälte, das Wasser sich derartig durch gezogen, dass unterhalb der Kapelle bis zum hohen Kreuz die Heerstrasse während einigen Tagen dem Fuhrwerk und Fussgängern abgeschnitten wurde, und sogar die Lastwägen im Eise eingefroren blieben. Also Sommer und Winter Überschwemmungen, wie es von heute an ergehen wird, bleibt zu erfahren, da die Eisüberschwemmung blos seit 3 oder 4 Tagen angefangen hat.“&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu Urkund der Schreiber Adolf Burgener&lt;br /&gt;
30. Dezember 1861&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/burgener-haus-in-visp,-erbaut-1698-1701-521</link>
			<title>Burgener-Haus in Visp, erbaut 1698-1701</title>
			<description></description>
			<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/baron-wilhelm-theodor-von-kalbermatten-520</link>
			<title>Baron Wilhelm Theodor von Kalbermatten</title>
			<description>&lt;p&gt;Baron Wilhelm Theodor von Kalbermatten war am 15. November 1793 in Eijsden, Provinz Limburg, Niederlande als Sohn des Hauptmanns Joseph Louis von Kalbermatten (1747-1834) aus Visp und der Marie Estelle Bouyer aus Saintes, Frankreich, geboren worden. Im Jahr 1804 trat er als Kadett ins 6. Schweizer-Regiment de Preux in spanischen Diensten ein. Er diente 1804-1814 in Spanien, wo er bis zum Unterleutnant aufstieg, an mehreren Schlachten teilnahm und 1811 in Gefangenschaft geriet. Am 27. September 1814 wechselte er zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder, Theodosius, ins 4. Schweizer Linien-Regiment nach Frankreich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anlässlich der neuen Militärkapitulation zwischen Frankreich und der Schweiz trat Kalbermatten wiederum in französische Dienste ein. Am 22. September 1816 erfolgte seine Ernennung zum Leutnant der Grenadiere im 3. Bataillon des 8. Schweizer Garderegiments von Affry.&lt;br /&gt;
Kalbermatten blieb bis zur Entlassung der Schweizer Regimenter im Jahr 1830 in französischen Diensten und kehrte anschliessend in die Schweiz zurück.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In St. Maurice hatte er 1842 gegen die Radikalen die &amp;quot;Gazette du Simplon&amp;quot; mitgegründet, war 1844 Kommandant der &amp;quot;Alt Schweiz&amp;quot; in den Kämpfen gegen die &amp;quot;Junge Schweiz&amp;quot; im Wallis, Staatsratspräsident 1845/1846 und 1846/1847 und befehligte als General die Walliser Truppen im Sonderbundskrieg 1847.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem Sturz des Sonderbundes berief ihn Papst Pius lX. 1850 in seine Dienste. Im Kirchenstaat übernahm Kalbermatten als Brigadegeneral das Kommando über die päpstlichen Truppen. Mit diesen verteidigte er Pesaro und Ancona und fochte in der Schlacht von Castelfidardo. 1870, als italienische Truppen Rom angriffen, war er unter den Verteidigern Roms und Mitglied des päpstlichen Kriegsrates.&lt;br /&gt;
Er blieb in Rom, wo er am 25. Dezember 1875 starb, wie sein Bruder Theodosius reich mit päpstlichen, französischen und österreichischen Orden dekoriert&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.burgerschaftvisp.ch/burgerinfos/historie/archiv--historisches/auswanderung-visper-familien-nach-spanien-1767-519</link>
			<title>Auswanderung Visper Familien nach Spanien 1767</title>
			<description>&lt;meta charset=&amp;quot;utf-8&amp;quot;&gt;&lt;meta name=&amp;quot;viewport&amp;quot; content=&amp;quot;width=device-width, initial-scale=1&amp;quot;&gt;
&lt;title&gt;&lt;/title&gt;
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&lt;main&gt;
&lt;header&gt;
&lt;h1&gt;Auswanderung Walliser Familien nach Andalusien (1767–1769)&lt;/h1&gt;

&lt;div class=&amp;quot;meta&amp;quot;&gt;Zusammenstellung nach N. Pfaffen (Visp, 15.04.2004)&lt;/div&gt;
&lt;/header&gt;

&lt;section&gt;
&lt;p class=&amp;quot;lead&amp;quot;&gt;Bereits vor der grossen Auswanderungswelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben Walliser Familien ihre Heimat verlassen, um in der Fremde ein neues Zuhause zu finden. Etwas in Vergessenheit geraten ist die im Zusammenhang mit der Besiedelung einiger Teile Andalusiens stattgefundene Auswanderung einiger Walliser Familien im 18. Jahrhundert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Frühjahr 1767 hatte der spanische König Karl III. den Vorschlag des bayerischen Abenteurers, Militärführers und Söldnerwerbers Johann Kaspar Thürriegel genehmigt, 6000 mitteleuropäische Kolonisten für die Besiedelung der im nördlichen Andalusien gelegenen Sierra Morena anzuwerben. In der Folge strömten Tausende von Auswanderern aus Gegenden des Deutschen Reiches (so aus dem heutigen Land Baden-Württemberg, der Pfalz, den Bistümern Mainz und Trier), aus Elsass-Lothringen, aus der Schweiz und anderen Ländern nach Spanien und liessen sich ab 1767 zuerst in der Sierra Morena, dann auch in weiter westlich, zwischen Córdoba und Sevilla, gelegene Siedlungsgebiete nieder. Bei den etwa 800 Kolonisten aus der Eidgenossenschaft, die nach Andalusien gelangten, handelte es sich in erster Linie um Kleinbauern, Taglöhner und Bergbauern aus peripheren katholischen Gebieten, Angehörige einer besitzlosen oder besitzarmen Bevölkerungsgruppe, die sich aus einer wirtschaftlichen Krisensituation heraus gegen den Widerstand der Obrichkeit und unter Umgehung entsprechender Verbote zur Auswanderung locken liessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Wallis war es wohl vor allem der Sittener Burger Johann Joseph Andereggen, der im Auftrag Thürriegels versuchte, ausreisewillige Kolonisten zu rekrutieren. Andereggen war am 3. August 1767 zwischen Nyon und Rolle von der bernischen Polizei festgenommen worden. Im Verhör vor dem Berner Landvogt in Nyon bezeichnete er sich als 46jähriger Bürger von Sitten und gab vor, er stehe seit 24 Jahren im Regiment von Reding in Spanischen Diensten. Andereggen sagte, er reise nach Luzern, um dem dort residierenden spanischen Gesandten sein Beglaubigungsschreiben als Werber vorzulegen. Die Berner stellten Andereggen an die Grenze und verboten ihm jede Werbetätigkeit auf ihrem Staatsgebiet. Durch diesen und ähnliche Vorfälle gewarnt, machte Bern am 10. August 1767 nebst anderen Ständen auch das Wallis auf die Gefährlichkeit solcher Werbungen aufmerksam. Der Walliser Landrat reagierte prompt und bereits im Landratsabschied vom 9.–17. Dezember 1767 heisst es:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;„Mahsen eine hohe Landsession mit vielem Missvergnügen vernehmen müssen, dass Kühne freche und vermessene Auffieren einiger betriegerischen Unterhändler und Wärber, so da gewisse gedruckte Zeddel ausstreien für die spanische Colonien, hiedurch aber die Leüth anführen und betriegen als haben Meine Grossmächtigen etc. diesem Übel und Unheil dem Vaterland zuwachsend für das künftige Einhalt zu thun und vorzubringen, bei Straf der Galeeren, hochoberkeitlich verhotten, dass keine mehr sich erfrechen und anmassen sollen, solches Gewärb zu treiben, noch für frömbden ausländischen Compagnien zu rekrutieren oder Volk in dem Land anzuwerben und die Partikularpersonen von dem untern Wallis so hinausgechen, sollen ihr Land- und Gemeind-Rechte verlieren.“&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Dass sich trotz der Verbote und den Drohungen der Regierung viele Walliser Familien bereit erklärten, nach Andalusien auszuwandern, lag auch an der listigen Geschäftstüchtigkeit Thürriegels. Er verstand es, die Vorteile einer solchen Auswanderung hervor zu streichen, während die Nachteile und die Gefahren in den Hintergrund gerückt wurden. In Prospekten, die Namen wie „Glückshafen“, „Hülfreiche Hand“ oder „Reicher Schatzkasten“ trugen, machte Thürriegel den zukünftigen Kolonisten verlockende Versprechungen:&lt;/p&gt;

&lt;div class=&amp;quot;card&amp;quot;&gt;
&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Die Verpflegung der Kolonisten erfolgt vom Einschiffungshafen bis zum Bestimmungsort auf Kosten der spanischen Krone.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Auswanderer werden in Kolonien oder Dörfern von 20–30 Familien angesiedelt; es werden ihnen gesunde, mit genügend Wasser versehene Ländereien angewiesen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jede Familie erhält ein eigenes Haus von einer Grundfläche von 320–360 m².&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jede Familie erhält 50 Fanegas zu je 254 Pariser Quadratschuh (= ca. 33 Hektaren) günstiges Arbeitsland, ferner Land für Baumkultur, Weinbau und Bergweiden, für ihre Kühe, Schafe, Ziegen und Schweine.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jedem aus drei bis vier Dörfern bestehenden Bezirk wird genügend Allmendland für Weide und Umbruch zugeteilt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jede Familie erhält das notwendige landwirtschaftliche Inventar, und die Handwerksleute erhalten alle zur Ausübung ihrer Gewerbe notwendigen Apparate und Werkzeuge.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Jede Familie erhält zwei Kühe, fünf Schafe, fünf Ziegen, fünf Hühner samt einem Hahn und ein Mutterschwein. Für das erste Jahr werden den Kolonisten Getreide und Gemüse für den Unterhalt und sämtliche Sämereien zur Verfügung gestellt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es wird den Kolonisten jede Hilfe zum guten Gedeihen zugesichert.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Es soll bei der Landzuteilung ein Grundbuch angelegt werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Innert einer noch zu bestimmenden Frist müssen die Ländereien bebaut sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Kolonisten sollen für sich und ihre Nachkommen freie Grundeigentümer sein, solange sie sich einer sorgfältigen Bebauung widmen und gute Familienvorsteher sind.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Kolonisten geniessen während zehn Jahren Steuer- und Abgabenfreiheit.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Sie geniessen für sich und ihre Nachkommen die gleichen Vorrechte wie die Spanier.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Bis sie sich die Landessprache angeeignet haben, sollen sie von Priestern in der deutschen Sprache betreut werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Der Wille seiner Majestät geht dahin, dass die Kolonisten mit der grössten Gastfreundschaft aufgenommen werden; ein oberster Rat wird über die getreue Durchführung dieser Versprechen wachen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Kolonisten werden instruiert, damit sie bei der Pflege des Landbaus, der Weinkultur, der Ölproduktion usw. die besten Preise erzielen und dadurch zu Wohlstand gelangen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Abreise aus Visp (14. November 1767)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wie viele Walliser Familien Thürriegel nach Spanien locken konnte, ist leider nicht bekannt. Dem fleissigen Visper Burgerschreiber Johann Joseph Kalbermatten (1737–1790) ist es zu verdanken, dass wir wenigstens über 38 Emigranten informiert sind, die am 14. November 1767 von Visp aus das Wallis verliessen:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;
Anno salutis 1767 14. Novembris seynd von hier underschidliche Familien der Einwohneren als
Collonisten in Spanyen in die Landschaft, Siena Morena genant, abgereist under Anwerbung Hrn.
Obrist Johannis Caspari von Thürrigell um dise öde und wilde Landschaft anzubauwen und zu bevölckren.
Als nemlichen Peter Joseph Furer ein von den Frauenzimmer hoch aestimierter Schneider gebürtig von Zermatt sambt sinem Eheweib Katharina Gasser und vier Kindren, 2 Söhn und 2 Töchtren.
Antonius Amacher gebürtig von Eyscholl samt seiner Ehegemahlin Barbara Venez von Saas ab Balen und 2 Kindren, 1 Sohn und 1 Tochter.
Joseph Kluser gebürtig von Simpilen samb seiner Ehegemahlin Maria Zimmermann von Visp und 1 Tochterli.
Lorenz Imoberdorf gebürtig von Urlichen aus Gombs sambt seinem Weib Theresia Biner von Selkigen und einer halb gewaxene Tochter.
Johannes Egs gebürtig von Selkigen aus Gombs sambt seinem Sohn.
Joseph Spilmatter von Underwalden sambt seinem Weib und 5 Kindren, 2 Söhn 3 Töchtren.
Johannes Martinus Hengiler von Schweitz sambt Weib und 2 Kindren, 1 Sohn und 1 Tochter.
Valentin Blättler Jüngling und Balthasar Sutter Jüngling.
Caspar Joseph Ritz sambt seinem Nepos Görig Ritz gebürtig aus Gombs, sein Weib aber, Barbara Heinriger hat er hier gelassen.
Joseph Amstat von Underwalden sambt Weib und 3 Kindren.&lt;/pre&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Ergänzungen aus den Pfarrregistern von Visp&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Familie Furrer–Gasser&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Peter Joseph Furrer, gebürtig aus Zermatt und von Beruf Schneider, war im Januar 1752 als Hintersässer in Visp angenommen worden. Im gleichen Jahr heiratete er die in Visp geboren und aufgewachsene Maria Katharina Gasser, Tochter des Schneidermeisters Melchior Gasser aus Lungern OW, und der Anna Maria Margaritha Lutz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dem Ehepaar Furrer–Gasser wurden in Visp fünf Kinder geboren, von denen eines bereits bei der Geburt starb. Die anderen waren:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Jakob Furrer (1753)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Anton Mathias Furrer (1756)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Anna Maria Katharina Josepha Furrer (1757)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Joseph Peter Furrer (1759)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Amacker–Venetz&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Johann Anton Amacker aus Eischoll wurde im Januar 1756 als Visper Einwohner angenommen. Sechs Jahre später, am 7. Februar 1762, führte er Anna Maria Barbara Venetz aus Saas-Balen an den Traualtar. Das Ehepaar brachte in Visp zwei Kinder zur Taufe:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Johann Ignatz Anton Amacker (1764)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Maria Barbara Katharina Amacker (1766)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Kluser (Zenklusen)–Zimmermann&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Johann Joseph Kluser (Zenklusen) war 1747 den Eltern Christian Zenklusen und Katharina Metzger im Moos bei Simplon-Dorf geboren worden. Am 3. Dezember 1765 heiratete er die Visper Burgerstochter Anna Maria Margaretha Zimmermann (*1742), Tochter des Johann Sebastian Zimmermann und der Maria Barbara Flanzetter. Das einzige Kind des Ehepaars war zum Zeitpunkt der Reise knapp vier Wochen alt:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Anna Maria Katharina Magdalena Kluser (1767)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Imoberdorf–Walther (Beiname Biner)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Johann Lorenz Imoberdorf, gebürtig aus Ulrichen, war seit 1751 nachweislich in Visp wohnhaft. Mit seiner Gattin, Maria Theresia Walther (Beiname Biner), hatte er mindestens sechs Kinder:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Johann Lorenz Imoberdorf (1751–1751)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Peter Imoberdorf (1751–1751)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Peter Lorenz Imoberdorf (1752–1752)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Anna Maria Imoberdorf (1753)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Anton Imoberdorf (1755–1756)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Joseph Valentin Imoberdorf (1757)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Eggs–Andenmatten&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Johannes Eggs aus Selkingen verheiratete sich am 4. Januar 1750 mit der Visper Burgerstochter Anna Maria Barbara Andenmatten (1713–1758), Witwe des Gastwirts Johann Anton Andenmatten (1698–1749). Während einigen Jahren betätigte sich Eggs ebenfalls als Gastwirt und half der Familie seiner Frau im Gasthaus „Zum Weissen Kreuz“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dem Ehepaar wurden vier Kinder geboren:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Maria Josepha Eggs (1751)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Maria Barbara Eggs (1752–1803) – heiratete 1776 den italienischen Kaufmann und späteren Gastwirt Peter Joseph Possetti (1753–1812).&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Johann Joseph Eggs (1756) – zog mit seinem Vater 1767 nach Spanien.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Peter Michael Alois Eggs (1757)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Spillmatter–Imhof&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Joseph Spillmatter, „Taglehner aus Unterwalden“, erhielt im Januar 1765 die Bewilligung, sich in Visp niederzulassen. Seine Frau, Anna Christina Imhof, hatte noch eine Schwester namens Katharina, die mit Christian Rotzer aus Gampel verheiratet war. Die oben genannten fünf Kinder sind wohl teilweise in der alten Heimat Spillmatters geboren worden. Die Pfarr-Register von Visp verzeichnen 1766 den Tod eines kurz zuvor geborenen Kindes und ein Jahr später die Taufe der Tochter:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Maria Barbara Spillmatter (1767)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Familie Henggeler–Steiner&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Johann Martin Henggeler aus Arth SZ, von Beruf „Sager und Tschingger“, ist ebenfalls im Januar 1765 als Tolerierter in Visp angenommen worden. Seine Gattin hiess Maria Katharina Steiner. Nebst einem 1766 verstorbenen Kind findet sich im Taufbuch noch der Eintrag über:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Johann Martin Henggeler (1767)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Valentin Blättler &amp;amp; Balthasar Sutter&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Valentin Blättler, Jüngling, war seit 1762 in Visp wohnhaft. Er stammte vermutlich aus Ob- oder Nidwalden. Über den Jüngling Balthasar Sutter ist ausser dem Namen nichts bekannt.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Familie Ritz–Heinricher&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Kaspar Joseph Ritz, gebürtig aus dem Goms, verheiratete sich 1751 mit Maria Barbara Heinricher (†1774), Tochter des Johann Joseph Heinricher, Burgermeister von Visp, und der Maria Flanzetter. Seit 1762 tritt Ritz auch als Organist der Burgerkirche von Visp auf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kaspar Joseph Ritz liess tatsächlich seine Frau in Visp zurück; wie übrigens auch Johann Eggs. Sie starb am 6. April 1774 nach 10jähriger Krankheit. Ritz selber scheint es nicht lange in Spanien ausgehalten zu haben. Spätestens 1775 weilte er wieder in Visp, da er sich am 15. Januar dieses Jahres mit Anna Maria Ruby verheiratet. Er starb Ende August 1778 in Visp.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Taufbuch verzeichnet nur eine Taufe:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Maria Katharina Josepha Ritz (1752)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h3&gt;Joseph Amstad/Amstat&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Joseph Amstad von „Underwalden“ ist wohl identisch mit dem Tischmacher Franz Joseph Amstat, der im Januar 1765 als Tolerierter in Visp angenommen worden war. Vermutlich stammte er aus dem Kanton Nidwalden. Weitere Informationen fehlen.&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;section&gt;
&lt;h2&gt;Quellen&lt;/h2&gt;

&lt;ul class=&amp;quot;sources&amp;quot;&gt;
	&lt;li&gt;Burgerarchiv Visp, Rechnungsbuch G5&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Rudolf Bolzern, „Massenauswanderung zur Zeit aufgeklärter Peuplierungspolitik: Die Auswanderung von Schweizern nach Andalusien 1767–1769 als Migrationsphänomen des 18. Jahrhunderts“ in &lt;em&gt;Itinera&lt;/em&gt; Fasc. 11, 1992.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Karl Zbinden „Die schweizerische kolonisatorische Auswanderung von 1767/69 nach der Sierra Morena in Spanien“, in &lt;em&gt;Zeitschrift für Schweizerische Geschichte&lt;/em&gt;, 26. Jahrg., Heft 1, 1946.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;© Norbert Pfaffen, Visp; 15. April 2004&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p class=&amp;quot;note&amp;quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/section&gt;
&lt;/main&gt;
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			<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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