Burgerschaft Visp

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Lochmatter

Erstmals eingeburgert im Jahr 1505

Wappen

In Rot, über einem steigenden goldenen Halbmond, ein silbernes Taukreuz (Antoniuskreuz) überhöht von einem sechsstrahligen goldenen Stern. Sie finden das Wappen der Familie Lochmatter aus Visp.

Dieses Wappen fand sich - ohne Farbenangaben - auf einer Grabsäule auf dem Friedhof der St. Martinskirche von Visp, sowie auf einem Giltsteinofen im Lochmatterturm, hier jedoch mit einem fünfstrahligen Stern.

Die Familie Lochmatter hat ihren Namen vom Flurnamen Lochmatten erhalten. Da es verschiedene Orte mit dieser Bezeichnung gibt, ist die genaue Herkunft unsicher. In Saas-Fee wird 1305 ein Johann, Sohn des verstorbenen Wilhelm de Lokmattun genannt.

Anton Lochmatter war wohl schon einige Jahre in Visp wohnhaft, als er im Jahr 1505 für 10 Pfund das Burgerrecht erwerben konnte. Woher er ursprünglich stammte ist bisher nicht bekannt. In den Jahren 1510 und 1521 bekleidete Anton das Amt des Burgermeisters von Visp, war mehrmals Grosskastlan des Zenden und Abgeordneter am Landrat.
Nachweislich seit dem 17. Jahrhundert bewohnte die Familie den Meierturm in Visp, was ihm den Namen "Lochmatter-Turm" einbrachte.

Mehrere Mitglieder der Familie bekleideten öffentliche Ämter:

  • Theodul (†1689), Burgemeister 1668 und 1685, Kastlan des Freigerichts Baltschieder-Gründen 1675-1678;
  • Johann Joseph (†1763), Burgermeister 1761 und 1763, Kastlan des Freigerichts Baltschieder-Gründen 1747-1750;
  • Johann Peter (1719-1787), Notar, Ammann von Geren 1776, baute den Lochmatterturm um;
  • Johann Anton (1725-1781), Vorsteher von Albenried, war langjähriger Burgerfähnrich von Visp;
  • Johann Joseph (1758-1832) Burgermeister 1791, Ammann von Geren 1808;
  • Franz Joseph (1761-1801), Zendenwachtmeister von Visp.

Der bekannteste Vertreter der Familie war der reiche Notar Anton Bartholomäus Lochmatter (1748-1812), Grosskastlan von Visp 1787 und Burgermeister 1789 und 1808. Am 23. Juni 1812 diktierte er von einer “so schweren Krankheit überfallen” in seinem Haus auf dem Gräfibiel (Simon In-Albon Haus) sein Testament.

Testament von Bartholomäus Lochmatter

"Meine Seele gebe ich ihrem Erschaffer, Erlöser und Seeligmacher zurück, befehle sie seiner grundlosen Barmherzigkeit, der Vorbitt der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, meinem heiligen Schutzengel und meinen Patronen an. Meinen Leib erstatte ich wieder der Erde, und wünsche, dass er in den Gräbern meiner Vorfahren begraben werde. Das Begräbnis soll standesgemäss sein, bei derselben sollen sich 6 Priestern einfinden, welche für mich die heilige Messe aplicieren, so auch am siebenten und am Dreissigsten. Es sollen zur Begräbnis seine nächsten Befreundeten eingeladen, und so es die Gesetze zulassen bewirtet werden. Die Anbringung so genannten Gottesgaben oder Almosen unter die Armen überlasse ich der Freigebigkeit meiner geliebten Gattin Josepha-Maria Zurkirchen und meinem Bruder Joseph Lochmatter. "

"Verordne und gabe ich von meinem Vermögen, um den so geringen Gehalt des ordentlichen Schulmeisters in Vispach zu verbessern, 40 Franken oder 20 mörsiger Pfund jährlichen Eintrags, und dieses so lange bis die Regierung die Schulen nicht abändert oder besser eingerichtet haben. Ein Familienrat bestehend aus sechs Gliedern meiner ansehnlichen Vater- und Mutter-Befreundeten wird für die alljährige richtige Entrichtung der gesagten Gabe sorgen, welche auch auf meinen besten liegenden Gütern gesichert sein sollen. Doch ist es diesem Familienrat überlassen, anstatt alljährlich 40 Franken zu entrichten, diese Schuldigkeit für einmal und allemal mit Anordnung oder Erlegung eines Kapitals von 800 Franken zu tilgen."

"Im Intress meiner zwei einfältigen Söhne Anton und Friedrich verordne und Befehle ich ausdrücklich, dass meine gesagte Gattin ihre gesetzmässige Vögtin sei, so lange sie lebe, mit Zuzug eines oder zweien Gehülfen, welche sie selber aus meiner befreundeten wählen wird. Nach dem Hinschied meiner Gattin sollen die Kinder gar und ganz nicht unten den Befreundeten, wie man zu reden pflegt, zum Ballentheil (Ballast) gehen, oder von ihnen besorget werden, sondern es soll für selbe Obrigkeitlich unter gebührender Belohnung aus meinen Befreundeten ein Schaffner bestellt werden, welcher für ihren guten Aufenthalt auf die beste Art sorgen. Sie sollen aber in dem väterlichen Hause wohnen und die Haushaltung fortsetzen lassen."

"Erkläre und verordne ich in der Voraussetzung, dass meinen gesagten zwei Söhnen, sich nicht verheiraten werde, dass nach ihrem Tod meine sammtliche nicht vergabte Habschaft unter meinen vormaligen sowohl väterlichen als mütterlichen Erben solle verteilt werden, das ist laut den Walliser Gesetzten, wie selbe eben vor der Einverleibung dieses Landes mit dem französischen Reich bestunden. Sollte diese Verordnung etmalen Schwierigkeiten leiden, so sollen meine Befreundeten von nun an, in so weit es die Gesetzte erlauben, als Erben meine Hinterlassenschaft eingesetzt werden. meinen gesagten Söhnen aber lebenslänglich die vollkommene unumschränkte Usus Fruetus oder Genuss zugehören, mit der deutlichen Erklärung, dass diesen eingesetzten Erben keine Vergütung müsse gemacht werden, wenn gähling etwas von meinem Vermögen zum Unterhalt meiner Kindern aus Notwendigkeit, oder durch Zufall müsste veräussert oder verringert werden. Sollte aber einer oder beide meiner Söhne sich gähling verheiraten und Kinder hinterlassen, so soll mein Vermögen ausschliesslich diesen zufallen.”

Anton Bartholomäus Lochmatter starb am 2. Juli 1812 in seinem Wohnhaus auf dem Gräfin-Biel (Simon In-Albon-Haus). Mit dem Tod von Joseph Lochmatter im Jahr 1880 erlosch die Familie in Visp. Die Zweige in Birgisch und Sankt Niklaus blühen jedoch weiter.

Hier sehen Sie noch das Allianzwappen Lochmatter-Ritter auf einem heute verschwundenen Giltsteinofen im Lochmatter-Turm in Visp aus dem Jahr 1757. (Zeichnung von Emil Wick 1868).
Die Wappen stehen für Notar Johann Peter Lochmatter (1719-1787) und seine Frau Maria Katharina Ritter (1707-1771), Tochter des Matias Ritter.

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