Burgertotenamt, Burgernutzen und Burgerversammlung

Gedächtnismesse und Burgernutzen

Traditionsgemäss fand am Samstag vor der Versammlung in der Burgerkirche die Gedächtnismesse für die verstorbenen Burger:innen statt, die von Pfarrer Jean-Marie Perrig geleitet und von Sarah Brunner an der Orgel musikalisch umrahmt wurde. Im Anschluss daran waren die Teilnehmenden zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Gipfeli ins Restaurant Terrasse eingeladen. Am Nachmittag zahlte der Burgerrat in der Burgerstube den jährlichen Burgernutzen aus und nutzte die Gelegenheit, die Burgerinnen und Burger persönlich zu begrüssen und den Austausch zu pflegen. Insgesamt wurden 96,3 % des Barnutzens bezogen.

Burgerversammlung Visp: Solide Finanzen und wichtige Weichenstellungen

Der Burgerrat konnte rund 130 Burger:innen im Kultur- und Kongresszentrum La Poste in Visp willkommen heissen. Eine erfreuliche Teilnahme.

Jahresrechnung 2025

Die Burgerrätin Stefanie Gentinetta präsentierte die Jahresrechnung 2025, welche ein äusserst erfreuliches Bild zeichnet. Bei einem Gesamtaufwand von rund 1,5 Millionen Franken konnte ein Ertrag von etwa 2,13 Millionen Franken erzielt werden. Daraus resultiert ein beachtlicher Cashflow von 877’000 Franken. Die Burgerschaft Visp steht damit weiterhin auf finanziell soliden Füssen.

Als wichtigste Einnahmequelle erwiesen sich erneut die Baurechtszinsen. Diese konnten insbesondere durch die Verlängerung bestehender Baurechte kontinuierlich gesteigert werden. Dank des starken Cashflows war es zudem möglich, anstehende Finanzierungen grösstenteils aus eigenen Mitteln zu decken. Die Visper Burger:innen genehmigen die Jahresrechnung 2025.

Wald- und Forstwesen

Über die Tätigkeiten im Forstbereich informierte Waldpräsident Tobias Wirthner und gab dabei einen umfassenden Überblick über die Arbeiten des Forstreviers Visp und Umgebung. Im Schutzwald Pulverturli wurden Pflegemassnahmen ausgeführt, um die Schutzfunktion des Waldes nachhaltig zu sichern. Zur Förderung von trockenresistenten Laubholzarten wurden Eichen, Mehlbeere, Kirsche und Kastanien gepflanzt. Im Waldbrandgebiet Eyholz wurden Schusschneisen ausgeholzt, um die Bejagungsmöglichkeiten zu verbessern. Die durch den Nassschnee im April 2025 verursachten Schäden im Schutzwald oberhalb Visp wurden im Herbst und Winter 2025/26 systematisch aufgearbeitet und in Angriff genommen. Besonders hervorgehoben wurde die zweite Etappe der Forststrasse im Eyholzerwald, deren Bauprojekt nun ausgeschrieben wird. Der Baustart ist für den kommenden Herbst vorgesehen.

Kultur und Burgerrechte

Auch das gesellschaftliche Engagement wurde thematisiert: Die Burgerschaft leistet einen aktiven Beitrag zum kulturellen Leben in Visp und organisierte auch im vergangenen Jahr verschiedene traditionsgemässe Anlässe und Aktivitäten. Einen besonderen Akzent setzte im Mannenmittwoch im Dezember Frau Silvia Bayard, deren Worte viele der Anwesenden zum Nachdenken anregten. In ihrer Ansprache sprach sie über die Bedeutung von Frieden, Veränderung und Respekt und vermochte es, diese auf persönliche und eindrückliche Weise zu vermitteln. Im Anschluss an die Feier traf man sich traditionell zu bei Polenta und Bolognese im La Poste Visp.

Die Jungburger:innen des Jahrgangs 2008 wurden am Freitag, 13. März 2026, von der Burgerschaft Visp zu einem abwechslungsreichen und geselligen Anlass eingeladen. Nach einem kurzen Einblick in die Geschichte, Organisation und Bedeutung der Burgerschaft, stand das Petanque-Turnier auf dem Programm. Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsames Nachtessen mit angeregten Gesprächen.

Im März engagierte sich die Burgerschaft zudem im Rahmen einer Geschenkaktion für Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Dabei wurden Kinogutscheine sowie Saisonabonnemente für das Schwimmbad Visp verteilt. Diese Geste wurde sowohl von den Jugendlichen als auch von deren Eltern sehr geschätzt und fand grossen Anklang.

Burgerrätin Christine Heldner wies zudem auf die periodischen feuerpolizeilichen Gebäudeinspektionen hin. Diese wurden in sämtlichen Gebäuden der Burgerschaft erneut durchgeführt und – abgesehen von kleineren, teils bereits behobenen Mängeln – gutgeheissen.

Expropriation Rhoneautobahn A9

Ein weiteres zentrales Thema bildete die Expropriation eines Teils der Parzelle Nr. 2128 im Zusammenhang mit dem Bau der Rhoneautobahn A9. Da die Autobahn durch das betroffene Grundstück führt, wird ein Teil von 1369m2 enteignet. Als Ausgleich erhält die Burgerschaft eine 2’578m2 grosse Fläche der Parzelle Nr. 3806. Für die Differenz ist eine Ausgleichszahlung an den Kanton Wallis zu leisten, welche von der Burgerversammlung genehmigt wurde.

Neue Visper Burger:innen

Burgerrätin Christine Heldner stellte die ordentliche Einburgerung von Familie Joel Hutter sowie die insgesamt neun Gesuche um erleichterte Einburgerung. Insgesamt konnten 20 weitere Visper Burger:innen in die Burgerschaft aufgenommen werden. Mit der Aufnahme neuer Burger:innen wächst die Gemeinschaft weiter, was als erfreuliches Zeichen für eine lebendige und zukunftsorientierte Burgerschaft gewertet wird. Der Burgerrat zeigt sich besonders erfreut über die zahlreichen eingegangenen Gesuche und das damit verbundene Interesse an der Burgerschaft. Dieses Engagement unterstreicht die Verbundenheit mit der Tradition und trägt dazu bei, die Zukunft der Gemeinschaft nachhaltig zu stärken.

Verabschiedung Rosina In-Albon

Im Rahmen der Versammlung wurde Rosina In-Albon als Burgerverwalterin verabschiedet. Sie hat ihre Aufgaben während ihrer Amtszeit nicht nur fachlich einwandfrei und mit grosser Kompetenz erfüllt, sondern ihre Tätigkeit stets mit grosser Leidenschaft und persönlichem Engagement ausgeübt. Für sie war die Funktion weit mehr als nur eine berufliche Aufgabe – sie war eine echte Herzensangelegenheit. Mit ihrem umfassenden Fachwissen und ihrem breiten Netzwerk bildete sie in den vergangenen Jahren ein tragendes Rückgrat für die Burgerräte und die Burgerschaft Visp. Rosina In-Albon hat die Verwaltung nicht nur zuverlässig geführt, sondern diese auch nachhaltig geprägt, strukturiert und in vielerlei Hinsicht modernisiert. Ihr Wirken wird die Burgerschaft auch in Zukunft positiv beeinflussen. Umso schöner ist es zu wissen, dass es sich lediglich um einen Abschied in ihrer Funktion als Burgerverwalterin handelt. Als engagierte Burgerin wird sie der Burgerschaft weiterhin verbunden bleiben und diese auch künftig immer wieder mit ihrer geschätzten Unterstützung zur Seite stehen. Für ihren langjährigen, wertvollen Einsatz gebührt ihr ein herzlicher Dank.